Sardiniens Süden: Costa Rei und Surfspot Chia

Wir erlebten die langen Sandstrände der Costa Rei weitgehend menschenleer, einen schönen Stellplatz suchten wir hier aber vergeblich bzw. entdeckten wir erst verspätet. Dieser Abschnitt ist landschaftlich für unseren Geschmack weniger abwechslungsreich. Allerdings lockte uns Chia mit seinem Windsurf- und Wellenreitspot in Sardiniens Süden. Eine MTB-Tour entlang der Küste und ins Hinterland bot sensationelle Aus- und Einblicke. Unser Quartier schlugen wir am Wohnmobil-Stellplatz in Chia auf.

Und wieder fuhren wir den Regenwolken davon: Nachdem sich uns der Himmel an der Ostküste oftmals wolkenverhangen präsentierte, holte uns bei unserem Ausflug in die Berge des Supramonte-Massivs in Orgosolo die Niederschlagsfront ein. Der sonnige Süden versprach – nomen est omen – weiterhin ungetrübtes Wetter und daher steuerten wir die Costa Rei an. Obwohl ich in einigen Facebook-Gruppen Lobeshymnen über die Costa Rei gelesen habe, hatte ich nach der Lektüre des Wohnmobil-Guides* den Eindruck, dass dieser Küstenabschnitt für unseren Geschmack etwas langweilig sein würde. Also stand er eigentlich nicht unbedingt auf der To-Do-Liste. Da es andernorts jedoch zurzeit verregnet war, wählten wir trotzdem diese Option.

Costa Rei
Herbergsuche

Wir kamen spätabends an der Costa Rei in Sardiniens Süden an. Der gleichnamige Hauptort ist erst in den letzten Jahren durch den Tourismus entstanden bzw. gewachsen und bietet entsprechende Infrastruktur ohne sehenswert zu sein. Auf der Suche nach einem Stellplatz für die Nacht probierten wir einige Stichstraßen südlich des Capo Ferrato aus, die lt. Park4Night jeweils zu kleinen Parkbuchten führten. Diese waren allerdings bereits alle vergeben. Also landeten wir bei untergehender Sonne auf einem Parkplatz, der durch Büsche vom Meer getrennt und stellenweise ziemlich vermüllt war.

Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit blieben wir jedoch. Das Abendlicht tauchte den Platz in warmes, schmeichelndes Licht. Unser Skotti-Grill* verrichtete erneut brav seinen Dienst. Eine magere Katze, die uns hungrig aus ihrem Versteck unter den Büschen beobachtete, freute sich über die Reste unseres Mahls.

Costa Rei – langer einsamer Sandstrand

Am nächsten Tag unternahmen wir einen langen Strandspaziergang. Der schöne, weitläufige Sandstrand der Costa Rei lag fast menschenleer vor uns. Die Strandkioske hatten in der Nebensaison bereits geschlossen. Wir begegneten Joggern, Spaziergängern und Hundebesitzern.

Der schönere Stellplatz

Im Zuge unseres Spazierganges entdeckten wir einen Parkplatz neben einem kleinen Lagunensee, eigentlich mehr einer Pfütze, an dem einige Wohnmobile standen. Das Meer ist in Sichtweite, auch der kleine, von Wasservögeln bewohnte See gibt ein ansprechendes Bild ab. Definitiv die bessere Alternative in dieser Gegend. In Park4Night ist dieser Platz auch eingezeichnet, aber er ist dort unter seinem Wert beschrieben. In Google ist der Platz sogar als Stellplatz Costa Rei eingezeichnet, aber es ist nur ein Parkplatz.

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Da uns die Costa Rei zu langweilig war, fuhren wir weiter. In der Nähe von Cagliari legten wir nur einen Einkaufsstopp ein, von einer Besichtigung nahmen wir Abstand, da wir andere Prioritäten setzen wollten.

Stellplatz und Strand von Chia

In Chia angelangt, sahen wir uns zuerst den dortigen Wohnmobil-Stellplatz an und schauten uns dann in der Umgebung nach einer Alternative um. Die meisten Parkplätze waren jedoch gebührenpflichtig oder aber zu weit vom Strand entfernt.

Obwohl der Stellplatz in Chia auch rund 5 Minuten zu Fuß vom Meer entfernt liegt, war er die unkompliziertere Alternative. Uns stand wieder mal der Sinn nach einer ordentlichen Dusche und die geplante MTB-Tour verlangte nach einer Stromquelle für unsere E-Bikes.

Der Stellplatz in Chia kostet € 20,- für 24 Stunden inkl. Strom. Nicht gerade ein Schnäppchen angesichts der Tatsache, dass die Duschen Holzkabinen im Freien sind und Warmwasser extra berechnet wird. Unserem Wohnmobil-Guide entnahmen wir, dass auch die WCs kostenpflichtig sind, jedoch war eines der beiden WCs unverschlossen, es wurde keine Gebühr verlangt.

Man wies uns in den linken Teil des Platzes, an dem die Stellflächen mit Stromanschlüssen versehen waren. Durch die vorangegangenen Regenfälle standen einige Plätze unter Wasser, die trockenen Plätze waren leicht geneigt. Daher packten wir unsere neuen aufblasbaren EMUK Air Ausgleichskeile aus und richteten unseren VW Bus gerade.  

Platzsparende aufblasbare Auffahrkeile

Nachdem wir mit den günstigen Flatjack-Luftkissen* keine gute Erfahrung gemacht hatten (sie platzen relativ schnell bei Sonneneinstrahlung/Erwärmung) waren wir gespannt, ob die wesentlich teureren und wesentlich solider wirkenden EMUK Air Ausgleichskissen* ihren Zweck besser erfüllen würden. In der Tat hatten wir kein Problem mehr mit den EMUKs und können diese jedem empfehlen, der keinen wertvollen Platz für unhandliche, große Auffahrkeile verschenken möchte.

Unter Beobachtung

Das Ehepaar neben uns hatte sich uns offensichtlich als Studienobjekt auserkoren. Sie hatten ihre Liegestühle in unsere Richtung ausgerichtet und beobachteten uns unentwegt – sie erinnerten an die Greise vom Muppets-Show-Balkon. Waren wir so interessant? Etwas entnervt brachen wir zu einem Strandspaziergang auf. Wir kehrten in der Beachbar ein und schauten dem Treiben der Kiter bzw. Windsurfer und Wellenreiter zu. Es ist eher selten, dass an einem Spot beides möglich ist!

Stellplatz und Flamingo-Ausguck

Auf unserem Weg zurück entdeckten wir, dass der Teil des Platzes, der direkt neben dem Lagunensee liegt, deutlich schöner und nur von einigen wenigen Bullis und Kastenwägen belegt war. Wir beschlossen umzuparken. Einziger Nachteil: wir mussten unsere E-Bikes zum Aufladen außer Sichtweite positionieren, da es hier keine Stromanschlüsse gab. Mit Fahrradschloss auch kein Problem, unser CEE-Kabel verfügt über ein zusätzliche Schuko-Dose. Wir nahmen also ein erneutes Einrichten unseres Wohnmobils in Kauf und entkamen so den Blicken der neugierigen Muppets. Mit Blick auf den Sonnenuntergang am Lagunensee bereiteten wir uns Fisch und Calamari am Skotti-Grill* zu. Was will man mehr!

Am nächsten Tag hielt ich – wie bereits tags zuvor vergeblich beim Strandspaziergang – nach den Flamingos Ausschau, die an diesem Lagunensee anzutreffen sein sollten. Diesmal taten mir zumindest einige Exemplare den Gefallen, direkt vor unserem Wohnmobil im Wasser des Sees nach Futter zu suchen. Man muss sie schon eine Weile mit der Camera anvisieren, bis sie mit ihrem Schnabel auftauchen, sie können erstaunlich lange die Luft anhalten!

Nach Frühstück mit Flamingo-Fotosession brachen wir zu unserer E-Bike-Tour rund um Chia auf, die wir im Guide Mountainbiken auf Sardinien* gefunden hatten.

Wir blieben noch eine weitere Nacht am Stellplatz, kehrten aber zum Abendessen wieder mal ein. Das Crar’e Luna ist zu Fuß vom Stellplatz erreichbar und bietet ganz ordentliche Küche inklusive Live-Musik.

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