Hallstättersee mit Wohnmobil und Kajak: der Stellplatz Obertraun

Schon seit Beginn der Corona-Pandemie hatten wir uns vorgenommen, den Hallstättersee mit dem Wohnmobil zu besuchen, da sich dort zu diesem Zeitpunkt etwas weniger Touristen aus Übersee aufhielten. Im zweiten Covid-Sommer machten wir uns an einem Wochenende mit durchwachsener Wettervorhersage auf den Weg. Wir hatten uns für den Stellplatz in der Bahnhofsstraße in Obertraun entschieden, den wir in Park4Night gefunden hatten und an dem auch unsere Freunde Reini und Sigi bereits einmal gestanden sind.

Der Stellplatz in Obertraun ist genaugenommen ein Parkplatz direkt bei einem Badeplatz. Der Parkplatz ist gebührenpflichtig. Wir bezahlten den PKW-Tarif in Höhe von € 12,- pro Tag. Für größere Wohnmobile gilt – je nach Länge – der doppelte oder dreifache Tarif, weil angenommen wird, dass diese 2 oder 3 Parkplätze besetzen und diese müssen auch etwas weiter hinten stehen.

Wir hingegen standen in der ersten Reihe direkt neben einem kleinen Ententeich. Wir kamen Freitag abends an und unternahmen einen kurzen Spaziergang, um die Umgebung zu erkunden. In wenigen Schritten erreicht man vom Parkplatz den Badeplatz mit Steg und Liegewiese, dort befinden sich auch ein Strandcafé und ein Bootsverleih mit Toiletten und Duschen. Die Toiletten waren während unseres Aufenthaltes auch abends und morgens geöffnet, nachts vermutlich geschlossen. Die Duschen sperrten erst etwas später auf.

Stellplatz Hallstättersee Obertraun

Gleich um die Ecke war eine Pizzeria, die nicht mit unserem Lieblingsitaliener mitkonnte, jedoch ganz ok war.

Am nächsten Morgen lag der See ganz ruhig vor uns, die Berge spiegelten sich in dessen Oberfläche. Dies war eindeutig eine Einladung zu einem Morgenbad! Ein weiteres Paar war ebenfalls mutig und hatte das Bad schon hinter uns. Sie beobachteten uns mit zweifelndem Blick, offensichtlich dachten sie, dass wir kneifen würden. Durchaus berechtigt, denn der See hatte circa 17 Grad… Es kostete uns etwas Überwindung, aber ein paar Tempi gingen sich aus. Danach frühstückten wir an unserem Ententeich. Unsere Reisebadetücher aus Bambusfaser* waren in der Zwischenzeit schon wieder trocken geworden.

An diesem Tag wollten wir eine Seerunde mit unserem Kajak* unternehmen. Den gesamten See mit dem Kajak an einem Tag abzufahren ist kaum möglich. Auch Alois Zaunhuber teilt ihn in seinem Buch „Paddelland Österreich„* auf zwei Tagestouren auf. Und so wollten wir an diesem Tag einfach so weit kommen, wie es passt.

Gleich zu Beginn der Runde paddelten wir direkt nach Hallstatt hinüber, wodurch wir die Südkurve abkürzten. In Summe paddelten wir eine Runde von rund 12 km von Obertraun nach Hallstatt, dann das Westufer entlang bis kurz nach Gosaumühle, dann wechselten wir auf die andere Seite nach Obersee, wo wir anlegten und eine Rast im netten, aber gut besuchten Ausflugsgasthaus Seeraunzn einlegten. Dann gings retour nach Obertraun.

Wir sahen das nicht als sportliche Höchstleistung, sondern als Möglichkeit, sich Hallstatt und die Umgebung vom See aus anzusehen. Die schönen Holzhäuser, die Berge aber auch die nördlich auslaufende flachere Topografie sind sehr reizvoll und es nicht verwunderlich, dass das Unesco Welterbe Hallstatt in China nachgebaut wurde.

Es wäre auch möglich gewesen, das Boot in Hallstatt bei einem Steg anzubinden und Hallstatt per pedes zu besichtigen, wie im Paddelführer* vorgeschlagen. Wir hatten Hallstatt allerdings ein paar Jahre zuvor schon besucht und daher gingen wir das Diebstahlrisiko nicht ein.

Kurz nach Gosaumühle legten wir an. Dort war das Wasser seichter und eine Spur wärmer. Mittlerweile war es sonnig und warm geworden, aber wir wussten, dass dies nur von kurzer Dauer sein würde. Eine Gewitterfront war angekündigt und so durfte unser Ausflug nicht allzu lange dauern.

Nach unserer Einkehr im Ausflugsgasthof Seeraunzn legten wir uns ziemlich ins Zeug, da bereits graue Wolken aufzogen. Als wir uns Obertraun näherten, schlug das Wasser schon ziemliche Wellen und man sah Touristen auf ihren SUPs, Tretbooten und sonstigen Wasserfahrsportgeräten möglichst schnell ans Ufer gelangen wollten. Leichte Panik machte sich bei mir breit, da ich Gewitter am Wasser scheue.

Der Wind wurde vorerst aber nicht stärker, es ging sich sogar aus, dass wir in einem Seerestaurant einkehrten und auf der Terrasse aßen. Zurück am Parkplatz brach dann aber Weltuntergangsstimmung herein. Die Wellen waren so hoch, dass das Wasser bis zur Hälfte der Liegewiese geschleudert wurde. Der See zeigte plötzlich ein völlig anderes Gesicht. Auf der Liegewiese wurde der Müll und andere Gegenstände durch die Luft gewirbelt. Günther wollte noch Fotos machen, ich ging zum Bus zurück.

An diesem Abend entschieden wir uns, das Hochdach nicht aufzuklappen, sondern unten zu schlafen. Doch auch so spürten wir, wie der Wind am Bus rüttelte und es wurde eine eher unruhige Nacht, nach der wir nur mittelprächtig ausgeruht in den nächsten Tag zu einer Radtour starten wollten.

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