Premantura: der Campingplatz und unser Setup dafür

Das Kap Kamenjak, also der äußerste Zipfel von Istrien ist der Place to be für Windsurfer am oberen Mittelmeer. Daher war es klar, dass uns eine der ersten Reisen mit unserem VW Bus auf den Campingplatz von Premantura führen würde. Ich hatte nichts dagegen, denn das türkisblaue Wasser, die vorgelagerten Inseln in Paddeldistanz und das Naturschutzgebiet direkt vor der „Haustüre“ versprachen einen abwechslungsreichen Urlaub.

Wir traten unseren Urlaub in der Hauptsaison an, noch dazu im Corona-Jahr. Es war uns klar, dass Kroatien zu dieser Zeit eine sehr beliebte Destination sein würde. Daher hatten wir einen Stellplatz vorreserviert. Im Camp Arena Stupice funktioniert das so, dass man sich bei Ankunft den Platz aussuchen kann. Nach der Platzauswahl läuft man zurück zur Rezeption und gibt die ausgewählte Platznummer bekannt.

Etwas stressige Platzauswahl

Wir waren nicht die einzigen Neuankömmlinge! Da die Wege weit sind, hatte bereits jemand anderer unseren Platz beansprucht, als wir an die Rezeption zurückkehrten. Also das gleiche Spiel nochmal! Diesmal notierten wir zur Sicherheit gleich 2-3 Plätze, um sicher zu gehen, dass wir bei der vorherrschenden Hitze nicht noch ein weiteres Mal weggeschickt werden.

Wir haben übrigens erfahren, dass man auch einen ganz bestimmten Platz von zuhause aus vorreservieren kann, wenn man seine Nummer kennt und dieser frei ist. Da wir höchstwahrscheinlich das eine oder andere Mal erneut nach Premantura kommen werden, haben wir uns den Stellplatzplan aufgehoben und die Plätze, die uns attraktiv erscheinen, markiert. Denn diesen Revierkampf wollen wir uns künftig ersparen.

Bei der Platzwahl haben wir auf folgendes geachtet: Schatten durch Bäume (bzw. auch Windschutz an stürmischen Tagen) und zumindest teilweiser Meerblick. Wir standen in der zweiten Reihe, was an den Tagen, als kleine Kastenwägen vor uns standen ok war. An zwei Tagen hatten wir einen dicken Brummer vor uns stehen und sahen weniger vom Meer.

Falls ihr den Stellplatzplan mit den von uns markierten Plätzen haben wollt, einfach per Kommentarfunktion Bescheid geben! Natürlich ohne Gewähr 😉, denn Geschmäcker sind verschieden!

Der Campingplatz Arena Stupice in Premantura

Da das Gelände abschüssig ist, stehen die großen Womos entweder in der ersten Reihe hinter der asphaltierten Straße (weil die Pfade zwischen den Bäumen teilweise unwegsam sind) oder aber auf der vorgelagerten Halbinsel. Dort ist es sicher auch toll, weil man das Meer direkt vor der Türe hat, aber man ist auch Sonne und Wind ausgesetzt. Für unseren Geschmack ist das nur etwas in der Vor- oder Nachsaison, wenn es nicht mehr so heiß ist und wenn die Womos nicht mehr so dicht stehen. Denn die fehlenden Bäume lassen nicht nur Schatten sondern auch Sichtschutz vermissen.

Apropos dicht stehen: Im August war wirklich sehr viel los am Camping Arena Stupice. Aber durch die Bäume, Sträucher und die Hanglage ist der Platz gegliedert und es ist ein gewisser Sichtschutz gegeben, somit war es nicht so schlimm. Natürlich ein krasser Gegensatz zu anderen Urlauben, wo wir freistehen oder in einsamere Gebiete kommen, aber es passte für uns.Schließlich hatten wir die Möglichkeit, per Kajak auf eines der vorgelagerten Inselchen zu flüchten bzw. mit dem MTB ins Naturschutzgebiet auszuweichen, wo wir auch eine Stelle mit wenig Leuten gefunden haben.

Die Sanitäreinrichtungen des Campingplatzes sind teilweise neu, teilweise alt, aber alle ziemlich sauber. Der Campingplatz in Premantura verfügt über zwei Tennisplätze (Asphalt, Flutlicht), einen Surf-, Kajak und Tretbootverleih. Direkt am Platz gibt es ein kleines Lebensmittelgeschäft sowie einen Verkaufsstand eines Bäckers direkt vor dem Einfahrtstor des Platzes, allerdings musste man bei diesem mit langen Wartezeiten in der Früh zu rechnen. Wir haben auch das Restaurant am Campingplatz einmal gestestet: das Essen war ganz ok, das Service allerdings schlecht (lange Wartezeit und unfreundlich), im Café/Imbiss unten am Strand hingegen serviert der flinke Kellner gute Cevapcici.   

Die Umgebung und die Freizeitmöglichkeiten

Das mangelhafte Bemühen um den Gast war übrigens unser einziger Kritikpunkt an diesem Urlaub. Diese Erfahrung machten wir nicht nur am Campingplatz, sondern auch in den meisten anderen Restaurants. Eine lobenswerte Ausnahme war das Restaurant Fra&Kat im Ort Premantura. Kat, die Kellnerin ist auf zack und ihr Mann kocht ausgezeichnet.

Für jene, die gerne abends Bummeln oder Einkaufen, ist Premantura nicht optimal. Es gibt nur die üblichen Touristengeschäfte für Badeschlapfen & Co aber keine Boutiquen etc. Aber danach war uns ohnehin nicht.

Wir waren tagsüber aktiv und abends müde. Neben den Surfsessions und dem MTB-Ausflug zum Schnorcheln, beides beschreiben wir an anderer Stelle, machten wir zwei Kajakausflüge zu den vorgelagerten Inseln, eine davon beherbergt die originelle Cocktailbar Cactus, sowie eine Besichtigungstour mit dem Auto zu den sehenswerten Orten Labin und Plomin.

Viele Möglichkeiten also, die Freizeit zu gestalten – was bedeutet: viel Equipment! Da uns dies bereits zuhause bewusst war und wir vorhaben, einmal im Jahr einen reinen Windsurf-(Kurz)-Urlaub auf einem Campingplatz zu machen, haben wir uns ein Busvorzelt* angeschafft.

Aufbau unseres Busvorzeltes

Bei der Wahl des Zeltes war es uns wichtig, dass es möglichst sturmsicher ist. Die Wohnlichkeit war weniger entscheidend, da wir es in erster Linie als Lagerplatz für das Equipment nutzen wollten. Die Überlegung war, das Equipment am Campingplatz zurücklassen zu können, wenn wir mit dem Bus zum Essen oder Besichtigen fahren. Im Zelt sind die Dinge vor begehrlichen Blicken eher geschützt, als wenn diese einfach im Freien liegen.

Unsere Wahl ist auf das robuste Vango Kela V* gefallen. Es ist ein Zelt mit Airbeam-System*. Man stellt also keine Zeltstangen auf, sondern pumpt die tragenden Elemente mit der Luftpumpe auf, die wir ohnehin für das Boot dabeihaben (Pumpe im Lieferumfang enthalten). Da wir das Zelt bereits testweise im Garten aufgebaut hatten, stand es im Nu fertig da. Wir bauten es nicht als Vorzelt auf, sondern hinter dem Bus, um uns die Aussicht nicht zu verbauen und die Markise nutzen zu können. Da es ein Stand Alone Zelt* ist, dh man es stehen lassen kann, wenn man wegfährt, war das kein Problem.

Den Tunnel, den man üblicherweise mit einer Kederleiste an der Kederschiene befestigt, wickelten wir einfach auf, denn ein Einhängen war auf der Rückseite nicht sinnvoll. So schnell das Zelt stand, so langwierig war das Befestigen der zahlreichen Sturmleinen, die dieses Zelt aufweist. Die Zelthaken sind zwar sehr robust, aber der Boden bestand aus losem Gestein. Ein Einschlagen in den Boden war also fast nicht möglich. Wir probierten es natürlich, ruinierten dabei den Gummihammer (für die Zukunft haben wir einen Metallfäustel* angeschafft) und mussten die Haken, die sich besonders wehrten, eingraben.

Das Ergebnis war nur so mittelmäßig. Da wir an manchen Stellen nicht durchkamen und die Haken seitlich versetzen mussten, stand das Zelt etwas schief und manche Haken waren auch nicht 100% fest verankert. Jedenfalls waren wir nach dieser Aktion schweißgebadet und stürzten uns in die Fluten.

Eine kleine Explosion am Campingplatz

Nach der Abkühlung pumpten wir noch die aufblasbaren Flat Jack Keile* auf. Sie gleichen das Niveau um ca. 10 cm aus. Auf Tour haben wir einfach keinen Platz für klobige Keile. Da sich das Auslassen vor jedem Ausflug und vor allem das Aufpumpen zu späterer Stunde als weniger lustig erwiesen, haben wir für stationäre Aufenthalte zusätzlich noch normale Keile* angeschafft. Unterwegs on tour sind die Flat Jacks* jedoch super.

Wenn man erstmal ihr Manko kennt. Dieses besteht nämlich darin, dass sie durch Sonneneinstrahlung nicht erhitzt werden dürfen. Ein lauter Knall machte uns dies bewusst! Zuerst dachten wir an eine Gasexplosion oder ähnliches, bis wir registrierten, dass es einen unserer Flat Jacks zerrissen hatte. Die Schatten war gewandert und ein ca. 5 cm breiter Streifen der Flat Jacks* war nun der Sonne ausgesetzt. Vermutlich lag auch ein Materialfehler vor, denn diese minimale und kurze Sonneneinstrahlung kann nicht der Grund für das Platzen gewesen sein.

Also stand die nächste schweißtreibende Aktion an: Günther hob mit unserem Klappspaten*, der sich als sehr robust erwies, eine Grube aus, damit das Auto auch mit nur einem Keil halbwegs gerade stand. Den verbleibenden Keil deckten wir ab sofort mit einem Tuch ab. Wir fühlten uns jedenfalls wie ziemliche Anfänger! Auf unseren Touren waren uns solche Pannen nie passiert. Nun am „sicheren“ Campingplatz hagelte es Missgeschicke! Aber abgehakt und vergessen! Der kaputte Flat Jack wurde uns übrigens problemlos umgetauscht – danke an Camping Wagner für den Service!

Was wir für künftige Campingplatz-Urlaube gelernt haben

Nach den ersten beiden heißen Tagen mit Temperaturen an die 40 Grad folgte eine stürmische Nacht. Wir waren gespannt, ob unser Zelt dem standhalten würde oder ob das nächste Missgeschick folgen sollte. Aber es hielt! Wir waren froh, ein sturmsicheres Zelt gekauft zu haben! Die Modelle von Vango, also nicht nur unser Kela V* sondern auch das pavillonartige Hexaway* weisen diese Eigenschaft auf.

Unser erster Campingplatzurlaub war in mehrerlei Hinsicht lehrreich: Da wir das Wasser aus dem Frischwassertank unseres California ohnehin nicht trinken, haben wir es mit Ortswasser aufgefüllt. Nach einigen Tagen begann es unangenehm aus dem Abfluss zu riechen. Da wir dieses Problem bis dato noch nie hatten, vermuten wir, dass das Wasser nicht ganz so keimfrei war. Für künftige Urlaube in Südeuropa haben wir Silbertropfen* für die Frischwasserkonservierung (einfach mit in den Tank geben) sowie einen biologischen Wasserzusatz für den Grauwassertank* (im Vorfeld in den Tank geben) gekauft. In unseren Breiten, weiter nördlich oder auch in Norditalien haben wir dies noch nie verwendet, in südlicheren Ländern verwenden wir dies zur Sicherheit, damit uns üble Gerüche erspart bleiben.

Um ein weiteres Luxusgut haben wir unsere Campingplatzausrüstung ergänzt: Wir haben uns Lafuma-Relaxliegen* angeschafft, die wir nicht nur zuhause im Garten, sondern auch bei stationären Campingplatzurlauben nutzen. Man kann entweder entspannt sitzen oder damit nach hinten kippen. Dabei lässt sich die Liege in jeder beliebig aufrechten Position fixieren – ideal zum Lesen und Beine hochlagern! Mit den passenden Transporttaschen* klappert außerdem nichts im Kofferraum und man kann sie damit über die Schulter hängen und zum Badeplatz tragen.

Die Nylon-Hängematte* nehmen wir trotzdem mit, alleine schon wegen der gemütlichen Optik 😊.

Campingplatz Hängematte

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