MTB-Tour Koppentraun, Altausseersee, Ostuferradweg Hallstättersee

Vom Gewittersturm des Vorabends waren nur mehr die Wolken übrig. Der See war wieder glatt, allerdings war es deutlich kühler geworden. Weather Pro sagte voraus, dass es erst am späten Nachmittag wieder regnen würde. Wir vertrauten darauf und starteten los zu einer MTB-Tour am Hallstättersee, in Summe sollten es 48 km werden.

Auf jeden Fall wollten wir den Ostuferradweg einbauen, der entlang der Strecke einer alten Bahnlinie und auf Stahlbrücken oberhalb des Sees verläuft. Weiters hatten wir gehört, dass der Weg neben der Koppentraun recht attraktiv ist. Wir fanden zwei MTB-Touren rund um den Hallstättersee im Internet. Jeder lud eine der beiden auf seine Suunto-Uhr*, damit wir am Kreuzungspunkt von der einen auf die andere wechseln konnten.

Der erste Abschnitt neben der Koppentraun führte auf der Straße am Jutel vorbei bis zum Dachsteinhof, dann ging es weiter auf einem bequem zu befahrenen Forstweg. Teilweise wiesen die Schilder die Radfahrer weg vom Fluss und vom breiten Wanderweg, vermutlich auf die Straße. Wir befolgten diese Richtungsweisung jedoch nicht, sondern blieben am Forstweg.

So gelangten wir zur sehenswerten Koppenwinkllack‘n.  Kurz danach überquerten wir die Koppentraun zweimal und erreichten die Schutzhütte Koppental. Wir hatten zwar noch nicht unbedingt Bedarf an einer Rast, aber diese Hütte war so nett, dass wir uns zu einer Trinkpause niederließen. Die Hütte wurde von Vater und Sohn bewirtschaftet und um auf die Toilette gehen zu können bekam man eine Kerze, denn Strom gab es nicht. Wir fragten den jungen Hüttenwirt, ob der Wanderweg Richtung Bad Aussee weiter mit dem MTB befahrbar sei. Denn unser Track verwies uns nämlich auf die Straße. Er meinte, dass es geht und er auch schon gefahren sei.

Ja, eh… Er war auch sicher konditionell und technisch top drauf. Ich zweifelte etwas, aber zur Not müssten wir halt schieben. Der Wanderweg war auf seinem weiteren Verlauf weitaus steiler und schmäler. Ein Wanderweg eben. Teilweise sind wir stehengeblieben, um zu verschnaufen. Aber im Großen und Ganzen war es fahrbar. Es war die Mühe wert, der Weg führt zB auch über eine schöne Hängebrücke. Es wäre schade gewesen, das zu verpassen. Wir sind ein paar Wanderern begegnet. Wenn es an der Passierstelle schmal wurde, sind wir abgestiegen, um uns keinen Ärger zuzuziehen. Ich denke, dass mit ein bisschen Respekt voreinander und Rücksichtnahme viele Fahrverbote nicht notwendig wären. Man muss keinen Geschwindigkeitsrekord aufstellen und kann schon mal absteigen und andererseits könnten Wanderer auch so tolerant sein, dass sie es, wenn genug Platz ist, tolerieren, dass Radfahrer sie in moderatem Tempo überholen.

Wir gelangten dann wieder auf eine schmale Straße und konnten nach einer Weile bereits nach Bad Aussee hinunterblicken. Trotzdem verfuhren wir uns einmal. Nach Bad Aussee führte schließlich ein schmaler „Singletrail“ hinunter, also ein Fußweg, der dazwischen immer wieder Stufen hatte. Für mich nicht fahrbar, für Günther zum Großteil schon. Die letzten Stufen hinunter mussten wir beide unsere Räder tragen.

Danach fuhren wir eine schmale Straße mit einer Steigung von 20% über einen Höhenrücken zum Altausseer-See, was wieder eher mein Metier war. Günther schnaufte etwas, aber blieb nur unmerklich zurück. Am Altausseersee genehmigten wir uns im Cafe des Bootsverleihs einen Eisbecher. Der gpx-Track, den wir uns vom Internet heruntergeladen hatten, führte uns quer durch Altaussee auf schmalen Wegen zwischen Häusern und Wiesen. Es waren überall Fahrverbotsschilder aufgestellt. Wir hätten diese besser nicht ignorieren sollen und uns unseren eigenen legalen Weg suchen, anstatt dem Track folgen sollen. Ein Hausbesitzer beschimpfte uns aufs Wüsteste und wollte von mir Namen und Adresse haben, was ich ihm verweigerte. Ich rief ihm zu, dass es uns leid täte und wir einem Track aus dem Internet gefolgt seien, was freilich keine Entschuldigung darstellte. Er schnaubte noch, dass er die Polizei holen würde, aber da waren wir schon außer Reichweite.

Zwischen Altaussee und Untersee am Hallstättersee führte uns unsere MTB-Tour über schmale Straßen sowie Waldwege wieder an den See zurück. Der Ostuferradweg bietet immer wieder schöne Blicke über den Hallstättersee, ist aber vor allem aufgrund der Brückchen und in den Berg geschlagenen Wege interessant.

Am Bus angekommen, hielten wir uns nicht lange auf und verstauten unsere Räder wieder in ihren Velo-Socks*, um sie vor dem vorhergesagten Regen bzw. vor allem vor dem aufspritzendem Straßenstaub zu schützen. Als wir den Motor gestartet hatten und sich unser Bus in Bewegung gesetzt hatte, begannen die ersten Tropfen zu fallen…

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