Trento, Kalterer See, Bozen und Meran – eine Kurzvisite in Südtirol

Wir hatten von Anfang an geplant, auf der Rückreise von der Strada del Prosecco Südtirol zu besuchen. Das taten wir dann auch, allerdings haben wir uns aufgrund des wechselhaften Wetters eher auf die Städte konzentriert. Trento, Bozen und Meran könnten unterschiedlicher nicht sein und sind alle drei einen Besuch wert. Als schöner Wohnmobil Stellplatz in Südtirol bietet sich der Kalterer See an.

Wir verließen die Proseccostraße am Freitag nach dem Frühstück Richtung Südtirol. Das Navi wählte eine schöne Route aus: Wir überquerten die Piave und passierten den Lago die Caldonazzo. Für eine Kaffeepause fuhren wir Trento an, allerdings war es für unsere Freunde nicht ganz so einfach, in der Innenstadt einen Parkplatz für deren großen Kastenwagen zu finden.

Kein Mare aber dafür Monti in Trento

Schließlich aber hatten wir es geschafft und tranken Cappuccino auf der Piazza del Duomo, die von Kathedrale, Turm und Häusern mit Freskenfassaden gesäumt wird. Trento gehört zum italienischen Teil der Doppel-Region „Trentino-Alto Adige“, zu der z. B. auch die Gegend rund um den Gardasee gehört. Dass die Berge zum Greifen nah sind, verleiht vielen Orten im Trentino ein besonderes Flair. Auch hinter der Piazza del Duomo türmte sich – gefühlt direkt hinter den Häusern – ein Bergmassiv auf, was zu den mit feinen Fresken verzierten alten Häusern einen reizvollen Kontrast darstellt.

Die Nähe der Berge schlug sich auch in den Temperaturen nieder und daher wurde unser Aufenthalt ein eher kurzer. Da es parallel zur Autobahn eine Schnellstraße gibt, ersparten wir uns die Maut und kamen am späten Nachmittag am Kalterer See an.

Die freundliche Gretl, die bald ins Bett geht

Den Campingplatz „Gretl am See“ hatte ich schon im Vorfeld von zuhause aus angeschrieben. Während die meisten Plätze in Südtirol gleich kategorisch die Möglichkeit verneint hatten, dass es auch spontan einen Platz geben könnte, hat der Betreiber dieses Platzes geantwortet, dass ich ruhig am selben Tag anrufen könne, man werde sehen. Und so war es dann auch. Es war sogar einiges frei! Viele Touristen dürften früher abgereist sein, weil das Wetter schlechter war als ursprünglich gemeldet. Es war überhaupt kein Problem, nebeneinander Platz zu finden.

Eigentlich hätten wir es uns so vorgestellt, dass wir am Abend mit einem Wohnmobil nach Bozen zum Essen fahren. Allerdings hatten wir die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Denn dieser – in Person des Stellplatzbetreibers – teilte uns mit, dass um 22 Uhr die Ruhezeit beginnt und Autos weder ein- noch ausfahren dürfen. Mit 23 Uhr hatten wir gerechnet, aber 22 Uhr war zu bald, um einen entspannten Abend in einem Restaurant zu verbringen. Vielleicht war diese Uhrzeit ja auch mit den Restaurants um den Kalterer See abgesprochen, auf die wir nun auch wohl oder übel zurückgreifen mussten.

Wellnesscamping am Kalterer See

Zuerst jedoch freute ich mich auf eine warme Dusche im sauberen, beheizten (!) Sanitärraum von Camping Gretl am See. Wir hatten von zuhause unsere Reisebademäntel* mitgenommen, was äußerst praktisch war, um den Duschgang gut eingepackt anzutreten. Die Ablagemöglichkeiten für Kleidung sind in den Duschen ohnehin immer eher beengt, da ist der Bademantel eine praktische Lösung, dank der man sich „zuhause“ im Wohnmobil umkleiden kann. Diese Vorgangsweise werden wir bei Reisen in der kühleren Jahreszeit wohl beibehalten.

Beim Geier: eine Pizza Tirolese

Nach einem Aperitif in unserer Wagenburg machten wir uns auf zur Pizzeria „Geier“ direkt am See. Der Name ließ es schon vermuten: die Pizza schmeckte nicht mehr ganz so italienisch. Sehr positiv anzumerken ist, dass sowohl das Personal am Campingplatz als auch in der Pizzeria ausnehmend bemüht und freundlich war (wirkliche Gastwirte und nicht nur Wirte), was in sehr touristischen Gegenden nicht unbedingt immer der Fall ist.

Die Geräuschkulisse in der Nacht unterschied sich von jener in Lago di Lago. Statt Tierstimmen war die Straße etwas zu hören. Außerdem begannen die Campingplatznachbarn schon relativ bald in den Morgenstunden herumzukramen, was angesichts der Platzruhe ab 22 Uhr nicht verwunderlich war.

Bozen – in mehrfacher Hinsicht ein heißes Pflaster

Für diesen Tag stand ein Stadtspaziergang in Bozen am Programm. Allerdings hatten wir gelesen, dass es äußerst schwierig ist, in Bozen eine Parkmöglichkeit für Wohnmobile zu finden. Parkhäuser fielen für unsere Freunde flach und auf den unbewachten Parkplätzen werden anscheinend sehr häufig Wohnmobile aufgebrochen. Unsere Freunde riefen einen Bekannten an, der ein Restaurant in Bozen besitzt. Von ihm erfuhren sie, dass es nur einen bewachten Parkplatz in Bozen gibt, den wir dann auch ansteuerten.

Als wir am Parkplatz Maretsch ankamen, fanden wir sofort eine Parklücke. Unsere Freunde drehten eine Runde und fuhren wieder aus, weil die verfügbaren Plätze zu kurz waren. Es gab nur einen einzigen größeren freien Parkplatz, dieser trug aber ein Schild, auf dem ein blauer Kastenwagen zu sehen war. Unsere Freunde vermuteten, dass dieser für ein Dienstfahrzeug o.ä. reserviert sei. Es bedeutete aber nur, dass er diesem Autotyp vorbehalten war. Nachdem ich dies mit dem Betreiber geklärt hatte, kehrten Christian und Birgit zum Parkplatz zurück. Mittlerweile hatte sich jedoch leider eine Autoschlange vor dem Schranken gebildet, die Auto um Auto nur vorrückte, wenn jemand ausfuhr. Wir waren fest entschlossen, den freien Kastenwagen-Parkplatz mit Zähnen und Klauen zu verteidigen, bis sie an der Reihe sein würden. Eine gute halbe Stunde später war es dann so weit.

Erfahrung macht klug

Diese Schilderung nimmt vielleicht etwas mehr Lesezeit in Anspruch, als ihr an Bedeutung zusteht. Aber wir wollen damit eine Erkenntnis vermitteln, die bis dato für uns nicht relevant war:  wer mit einem größeren Wohnmobil eine Stadt besichtigen will, sollte bereits im Vorfeld auf Google oder Park4Night schauen, wo man parken kann. In Bozen scheint das Park-Problem durch die Autobanden noch verschärft zu sein. Bei solchen Rahmenbedingungen sind wir froh, dass wir die mechanischen Diebstahlsicherungen von Bearlock haben einbauen lassen (siehe Bericht). Das reduziert zumindest die Wahrscheinlichkeit deutlich, dass das Auto weg ist.

Vermutlich die nördlichste Stadt fürs Dolce Vita

Als kleine Entschädigung für das Parkplatzdilemma waren es nur wenige hundert Meter bis in die Fußgängerzone. Bozen ist eine pulsierende Stadt mit belebten Straßen und Plätzen und vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten. Wir stellten fest, dass wir uns nach zwei Jahren Corona an ein solches Getümmel erst wieder gewöhnen mussten.

Natürlich statteten wir dem Bekannten, der uns den Parkplatz-Tipp gegeben hatte, einen Besuch ab. Da wir nichts Besonderes erwartet hatten, waren wir von seinem Restaurant „Italia & Amore“ schwer begeistert. Fürwahr ein Ort für Liebhaber der mediterranen Küche! Natürlich nicht ganz billig, aber die Qualität überzeugte uns vollends. Wenn wir nicht ohnehin nach Bozen kommen hätten wollen, wäre das Restaurant ein Grund dafür gewesen. Wir verbrachten – auch aufgrund der Gesprächigkeit des Chefs – gut zwei Stunden dort. Dann gings nach einem weiteren kurzen Stadtspaziergang weiter nach Meran.

Kurstadt und Bergdorf

Einer unserer Freunde hat uns prophezeit: „In Meran san nur oide Leit, des is nix für eich!“ Dies war keine Übertreibung, sondern bewahrheitete sich.

Da wir nur eine Nacht in Meran bleiben und am nächsten Tag gleich weiterfahren wollten, wählten wir den Stellplatz „Dorf Tirol“, der in den Weinbergen oberhalb von Meran liegt. Von diesem erreicht man das Zentrum in ca. 15-20 Minuten per Fußmarsch über einen sehr steilen aber gut begehbaren Wanderweg. Die Topografie von Meran fand ich sehr interessant: sobald man die Stadt verlässt, ist man gleich mitten in der Natur: Wasserfälle, Steinhänge, Burgen, …!

Ehrlicherweise muss man sagen, dass die wenige Zeit, die wir für unseren Spaziergang kurz vor Einbruch der Dunkelheit Zeit hatten, uns nicht qualifiziert, eine Meinung über Meran abzugeben. Trotzdem hier mein Eindruck: zum Shoppen und Ausgehen ist es nichts. Als Basislager für Wanderungen und vielleicht auch MTB-Touren ist es sicher geeignet, wenn man abends nur essen gehen und nichts unternehmen möchte. Die belebtere outdoortaugliche Stadtalternative ist sicher Trento.

Rechtzeitig „zuhause“ angelangt

Wir kehrten noch in einem der wenigen Weinlokale ein und als wir den Rückweg antraten, begann es zu tröpfeln. Gut, dass wir die Goretex-Regenjacken* mithatten! Wir legten beim Marschieren daher einen Zahn zu, um schnell ins Dorf Tirol zu kommen. Kaum bei unseren Wohnmobilen angelangt, ging ein richtiger Wolkenbruch nieder. Glück gehabt!

An unserem letzten gemeinsamen Abend musste natürlich das Würfelpoker-Set* wieder herhalten. Kurzzeitig sah es so aus, als könnten wir unseren Punktrückstand wettmachen, da wir echtes Würfelglück hatten. Es ging sich jedoch nicht ganz aus und so gingen unsere Freunde als Gewinner aus unserem Urlaub-Poker-Turnier hervor.

Der versunkene Kirchturm von Graun

Für die Heimreise wählten wir die Route über den Reschenpass. Diese ist zwar um einiges länger, bietet aber landschaftlich einiges und hat den Nebeneffekt, dass keine Maut zu zahlen ist. Natürlich blieben wir für ein Foto beim „versunkenen“ Kirchturm stehen. Die Ortschaft von Alt Graun wurde beim Errichten des Reschensee-Staudammes geflutet, bis heute ragt der Kirchturm aus dem blauen See.  

Da wir ohne Frühstück aufgebrochen waren, holten wir dieses auf einem Parkplatz direkt am Reschensee (in Reschen, bei Hotel Seeresidenz, nur tagsüber) nach. Da die Temperaturen eher spätwinterlich hier heroben waren, blieben wir in unserem Bus und blickten durchs Fenster auf den See. Dies ging sich platzmäßig im California erstaunlich gut aus, auch das Zubereiten des Frühstücks für 4 Personen war dank unserer praktischen Kücheneinrichtung kein Problem. Wir stießen nochmal auf unseren Urlaub an, der damit ähnlich endete, wie wir ihn in San Daniele begonnen hatten.

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